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Stellenanzeige schreiben: Vorlage, Beispiele und Tipps für kleine Betriebe

Eine Vorlage zum Kopieren, zwei fertige Beispiele und die Pflichtangaben in Österreich: So schreiben Sie eine Stellenanzeige, auf die sich die Richtigen melden.

Anto Matijevic · Veröffentlicht am · 5 Min. Lesezeit

Eine Stellenanzeige schreiben klingt einfach – bis man vor dem leeren Blatt sitzt. Was gehört hinein, was ist Pflicht, und wie formuliert man so, dass sich die Richtigen melden? Hier finden Sie eine Vorlage zum Kopieren, zwei fertige Beispiele aus Lager und Gastronomie und die wichtigsten Regeln für Österreich.

Stellenanzeige schreiben: die 8 Bausteine

  1. Jobtitel – der Begriff, den Bewerber:innen in Google oder in die Jobsuche tippen.
  2. Einstieg – ein, zwei Sätze, wer Sie sind und warum die Stelle frei ist.
  3. Aufgaben – drei bis fünf konkrete Tätigkeiten.
  4. Anforderungen – was wirklich nötig ist, getrennt von „schön wäre".
  5. Arbeitszeit und Ort – Stunden, Schicht oder fixe Zeiten, Gemeinde, Erreichbarkeit.
  6. Gehalt – Mindestentgelt laut Kollektivvertrag mit Zeiteinheit, ggf. Überzahlung (Pflicht).
  7. Angebot – was Ihr Betrieb konkret bietet.
  8. Bewerbung – Ansprechperson mit Namen, Telefon, E-Mail; so einfach wie möglich.

Vorlage zum Kopieren

[Jobtitel] (m/w/d) – [Vollzeit/Teilzeit … Std.] in [Ort]

Wir sind [Firmenname], ein [Branche]-Betrieb mit [Anzahl] Mitarbeiter:innen in [Ort]. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir ab [Datum/sofort] eine:n [Jobtitel].

Ihre Aufgaben

  • [Aufgabe 1]
  • [Aufgabe 2]
  • [Aufgabe 3]

Das bringen Sie mit

  • [Muss-Kriterium 1, z. B. Führerschein B]
  • [Muss-Kriterium 2]
  • Von Vorteil: [Kann-Kriterium] – alles andere lernen Sie bei uns.

Das bieten wir

  • [Arbeitszeiten, z. B. Montag bis Freitag 7–15:30 Uhr]
  • [konkreter Vorteil 1, z. B. Fahrtkostenzuschuss]
  • [konkreter Vorteil 2, z. B. Einschulung durch erfahrene Kolleg:innen]

Gehalt: Das kollektivvertragliche Mindestentgelt beträgt € [Betrag] brutto pro [Monat/Stunde] ([KV-Name], [Wochenstunden] Std.). Je nach Qualifikation und Erfahrung ist eine Überzahlung möglich.

Interesse? Rufen Sie [Name] an unter [Telefon] oder schreiben Sie an [E-Mail]. Ein Lebenslauf ist schön, aber kein Muss – ein kurzer Anruf reicht für den ersten Kontakt.

Beispiel 1: Lagermitarbeiter:in

Lagermitarbeiter:in mit Staplerschein (m/w/d) – Vollzeit in Amstetten

Wir sind ein Großhandelsbetrieb mit 40 Mitarbeiter:innen. Weil unser Lager wächst, suchen wir ab sofort Verstärkung.

Ihre Aufgaben: Waren annehmen und kontrollieren · Ware mit dem Stapler einlagern · Aufträge kommissionieren und für den Versand vorbereiten · Ordnung im Lager halten.

Das bringen Sie mit: Staplerschein · gute Deutschkenntnisse für Lieferscheine · Zuverlässigkeit. Erfahrung im Lager ist von Vorteil, aber kein Muss.

Das bieten wir: fixe Arbeitszeit Mo–Fr 6–14:30 Uhr, kein Wochenende · Einschulung durch erfahrene Kolleg:innen · Parkplatz direkt beim Lager.

Gehalt: € [Betrag laut KV] brutto/Monat für 38,5 Stunden, Überzahlung je nach Erfahrung.

Bewerbung: Herr Huber, Tel. [Nummer] – einfach anrufen.

Beispiel 2: Servicekraft in der Gastronomie

Servicemitarbeiter:in (m/w/d) – Teilzeit 25 Std. in Waidhofen an der Ybbs

Unser Gasthaus mit Wirtshausküche und Gastgarten sucht ab sofort Unterstützung im Service.

Ihre Aufgaben: Gäste begrüßen und beraten · Bestellungen aufnehmen und servieren · Kassieren · bei Festen und Feiern mithelfen.

Das bringen Sie mit: Freundlichkeit und Freude am Umgang mit Gästen · Bereitschaft für Wochenenddienste nach Plan. Erfahrung ist schön, Quereinsteiger:innen schulen wir ein.

Das bieten wir: Dienstplan zwei Wochen im Voraus · Dienstessen · faires Trinkgeld-System.

Gehalt: € [Betrag laut KV] brutto/Monat für 25 Stunden, zuzüglich Trinkgeld, Überzahlung möglich.

Bewerbung: Frau Maier, Tel. oder WhatsApp [Nummer].

Firmen, Namen und Beträge in den Beispielen sind Platzhalter.

Die Pflichtangaben in Österreich

Gehalt: Nach § 9 Abs. 2 Gleichbehandlungsgesetz muss jedes Inserat das Mindestentgelt laut Kollektivvertrag oder Gesetz enthalten – mit Betrag und Zeiteinheit – und auf eine Überzahlungsbereitschaft hinweisen, wenn es eine gibt. Das gilt auch für Teilzeit- und geringfügige Stellen. Beim ersten Verstoß droht eine Verwarnung, danach laut WKO eine Verwaltungsstrafe bis 360 Euro.

Diskriminierungsfrei: Die Anzeige muss alle Geschlechter ansprechen und darf niemanden wegen Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Orientierung ausschließen. Vorsicht bei harmlos klingenden Formulierungen wie „junges Team" oder „Muttersprache Deutsch" – besser: „gute Deutschkenntnisse".

Einschätzung, keine Rechtsberatung.

7 Tipps für mehr passende Bewerbungen

  1. Suchbegriff statt Fantasietitel: „Elektriker:in" statt „Energie-Profi".
  2. Ort in den Titel: Viele suchen „Jobs + Ort". „Verkäufer:in in Haag" wird öfter gefunden.
  3. Muss und Kann trennen: Zu viele Anforderungen schrecken gerade gute Leute ab.
  4. Konkret statt Floskel: „Fixe Arbeitszeiten Mo–Fr" sagt mehr als „attraktives Arbeitsumfeld".
  5. Für das Handy schreiben: kurze Absätze, Aufzählungen, keine Textwüste.
  6. Bewerbung leicht machen: Telefon oder WhatsApp anbieten, Lebenslauf optional.
  7. Ansprechperson nennen: Ein Name senkt die Hemmschwelle spürbar.

Stellenanzeige mit KI schreiben

Programme wie ChatGPT liefern in Sekunden einen ersten Entwurf. Das spart Zeit – solange Sie den Text danach prüfen:

  • Fakten selbst eintragen: Gehalt, Kollektivvertrag, Arbeitszeiten, Benefits. KI erfindet sonst gern Vorteile, die es nicht gibt.
  • Floskeln streichen: „dynamisch", „spannend", „abwechslungsreich" sagen wenig.
  • Ton anpassen: Ein Handwerksbetrieb im Mostviertel klingt anders als ein Konzern in Wien – und das ist gut so.

Wo Sie die Stellenanzeige veröffentlichen

Eine gute Anzeige wirkt am besten auf mehreren Kanälen. Auf einfacharbeit.at können Sie kostenlos inserieren; Ihre Stelle erscheint dann auch auf Ortsseiten wie Jobs im Mostviertel und ist für die Google-Jobsuche aufbereitet. Welche Portale noch kostenlos sind, steht in Kostenlose Jobbörsen in Österreich.

Sie wollen gar nicht selbst schreiben? Dann schicken Sie uns Stichworte oder ein Foto Ihres Aushangs – wir inserieren für Sie, kostenlos.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Stellenanzeige sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Für die meisten Stellen reichen 200 bis 400 Wörter. Wichtiger als die Länge ist, dass Jobtitel, Ort, Arbeitszeit, Gehalt und Aufgaben sofort erkennbar sind – auch am Handy.

Was muss in einer Stellenanzeige in Österreich stehen?

Pflicht sind das Mindestentgelt laut Kollektivvertrag oder Gesetz mit Zeiteinheit (und der Hinweis auf eine Überzahlungsbereitschaft, falls es eine gibt) sowie eine geschlechtsneutrale, diskriminierungsfreie Formulierung.

Darf ich eine Stellenanzeige mit ChatGPT oder einer anderen KI schreiben?

Ja, als Entwurf. Prüfen Sie den Text aber immer selbst – KI erfindet gern Benefits, die es nicht gibt, oder schreibt Floskeln. Gehalt, Kollektivvertrag und Arbeitszeiten müssen Sie selbst eintragen.

Wie schreibe ich „(m/w/d)" richtig?

Üblich sind Varianten wie „Mitarbeiter:in", „Mitarbeiter (m/w/d)" oder „Mitarbeiter/in (m/w/x)". Wichtig ist, dass die Anzeige erkennbar alle Geschlechter anspricht – auch im Text, nicht nur im Titel.

Kann jemand die Stellenanzeige für mich schreiben?

Ja. Mit Wir inserieren für Sie schicken Sie uns Stichworte, einen Aushang oder ein PDF. Wir formulieren die Anzeige und stellen sie kostenlos auf einfacharbeit.at online.

Quellen

  1. WKO: Angabe des Mindestentgelts im Stelleninserat
  2. Gleichbehandlungsgesetz § 9 – geschlechtsneutrale Stellenausschreibung (Forum Verlag)
  3. AMS Niederösterreich: Tipps zur Erstellung von Inseraten
Anto „Toni“ Matijevic

Anto „Toni“ Matijevic

Arbeitsvermittler und Gründer von einfacharbeit.at, Aschbach-Markt (Mostviertel)

Toni bringt Betriebe und Bewerber:innen in Österreich zusammen und vermittelt auch selbst. Hinter einfacharbeit.at steht er persönlich.

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