Probezeit erfolgreich gestalten: So nutzen Arbeitgeber den ersten Monat richtig
Die Probezeit ist Ihre wichtigste Phase, um Fehlbesetzungen früh zu erkennen – aber auch, um Talente zu binden. So machen Sie es richtig.

Anto Matijevic
23. April 2026
Warum die Probezeit unterschätzt wird
In Österreich beträgt die Probezeit maximal einen Monat (Ausnahme: Lehrlinge 3 Monate). In dieser kurzen Zeit müssen Sie zwei Dinge schaffen: bewerten UND binden.
Die häufigsten Fehler von Arbeitgebern
- Keine klaren Ziele für die Probezeit
- Kein strukturiertes Feedback
- Den Neuen ins kalte Wasser werfen
- Erst am Ende der Probezeit reden
- Kündigung ohne Vorwarnung
Der ideale Probezeit-Plan
Woche 1: Orientierung
- Vorstellung im Team
- Einführung in Tools und Prozesse
- Erste kleine Aufgaben
- Klare Ziele für die Probezeit definieren
Woche 2: Erste Verantwortung
- Selbstständige Aufgaben mit Sicherheitsnetz
- Erste Kund:innenkontakte (wenn relevant)
- Erstes 1:1-Gespräch (15 Min, sehr wichtig!)
Woche 3: Eigenständigkeit
- Erste größere Projekte
- Beobachten, wie die Person mit Druck umgeht
- Feedback aus dem Team einholen
Woche 4: Entscheidung
- Strukturiertes Bewertungsgespräch
- Klares Ja oder Nein
- Bei Ja: Perspektive aufzeigen
- Bei Nein: Faires Beenden
Bewertungskriterien festlegen
Nicht „Bauchgefühl", sondern messbare Punkte:
- Fachliche Performance
- Lernkurve
- Teamintegration
- Pünktlichkeit & Verlässlichkeit
- Eigeninitiative
Die Trennung im Probemonat
Ist die Person nicht passend, beenden Sie das Arbeitsverhältnis rechtzeitig (innerhalb der Probezeit ohne Frist möglich). Aber: Tun Sie es persönlich, fair und mit konkretem Feedback. Auch Bewerber:innen, die heute gehen, sprechen morgen über Sie.
Fazit
Probezeit ist nicht die Zeit, in der man wartet, ob es passt. Es ist die Zeit, in der Sie aktiv führen, prüfen und integrieren.
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